“Simulierte Welten” beim Digitalisierungs-Marathon 2018

“Simulierte Welten”, (c) J. Hilpert, HLRS.

Computersimulationen wirken an vielen Stellen unseres Alltags – manchmal versteckt, manchmal für jeden offensichtlich: Dass die Wettervorhersage auf der APP unseres Handys aus einerWettersimulation errechnet wird, weiß fast jeder. Und das jedes moderne Auto, das wir kaufen, jedes Flugzeug und jeder Zug in der Konstruktionsphase eine Vielzahl von Simulationen durchlaufen hat, ahnen auch fast alle Menschen. Unbekannter ist, dass es Computerprogramme sind, die inzwischen ca. 95% des Aktienhandels an den deutschen Börsen tätigen, in dem sie immer komplexere Simulationen von weltweiten Kapital- und Warenströmen in Echtzeit berechnen um zu ermitteln, wann und welche Aktien steigen oder fallen, um Käufe und Verkäufe zu tätigen. Spätestens bei der riesigen Bedeutung von Computersimulationen für viele aktuelle Themen der Wissenschaft – von Quantenphysik über Klimaprognosen bis hin zur Erstellung von Flutwellenrettungsplänen für die Öffentliche Hand – wissen meist nur die damit befassten Wissenschaftler Bescheid.

Das Team von “Simulierte Welten” aus Ingenieur*innen, Informatiker*innen, Soziolog*innen, Lehrer*innen u.a. möchte hier gemeinsam die vielen Anwendungsbereiche von Computersimulationen in Schulen aber auch der breiten Gesellschaft bekannter machen. Dabei wollen wir den Zweck, den Nutzen, aber auch die Grenzen von Computersimulationen gleichermaßen zum Thema machen. Um mit dessen breiten Anforderungen ein so großes Thema zu bearbeiten, wurde von “Simulierte Welten” Module für verschieden intensive und lange Angebote für Schüler*innen unterschiedlicher Altersklassen sowie interessierte Bürger*innen konzipiert. Einen näheren Einblick erhalten Sie beim Besuch der Webseite von “Simulierte Welten”. 

Eine enge Verzahnung mit der Arbeit an den HPC-Zentren und der Vermittlung der dortigen Arbeit an Schüler*innen, findet sich vor allem beim Förderstipendium von „Simulierte Welten“. Gymnasialschüler*innen der J 1 können sich bewerben und arbeiten unter Anleitung und Hilfestellung von Mitarbeiter*innen der HPC-Zentren („high performance computing“) der Universität Stuttgart bzw. Karlsruhe an einem Forschungsthema. Das Förderstipendium dauert ca. ein Schuljahr und wird mit bis zu 1.000€ gefördert zum Erwerb eines simulationsfähigen Laptops. Dieses Thema wird dann in einem Abschlussvortrag vor den anderen Stipendiat*innen, den beteiligten Wissenschaftler*innen sowie Gästen vorgetragen. Im vergangen Jahr wurde eine besonders breite Themenvielfalt abgedeckt: Von der Simulation der arteriellen Blutströmung im Aortenbogen, über die Voraussage von S-Bahn-Verspätungszeiten bi

s hin zu einer digitalen Verbrauchserfassung einer gemeinschaftlich genutzten Kaffeemaschine um nur einige zu nennen. Hier nehmen die Schüler*innen nicht nur Fachwissen über Computersimulationen mit sondern auch die Erfahrung wie wissenschaftliches Arbeiten im Team abläuft sowie den großen Praxisbezug, den Simulationen im heuten Berufsalltag haben.

“Ministerbesuch am Simulierte Welten Stand”, (c) J. Hilpert, HLRS.

An der ersten Station des Digitalisierungs-Marathons 2018, am Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) konnte man daher mit dem Projektteam in Kontakt treten, sich über die vielfältigen Angebote des Projekts informieren und an zwei Laptops die Simulation “(Fr)Eier Fall” in der Scratch-Programmierumgebung sowie eine Simulation in NetLOGO ansehen und selber ausprobieren.

Verfasst von Doris Lindner

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